Maschinenbau

Obwohl es innerhalb der Maschinenbaubranche und für einzelne Betriebe sehr unterschiedliche Bedingungen und Strategien der Produktinnovation gibt, erklärt sich der Erfolg des deutschen Maschinenbaus generell aus der ihm eigenen Fähigkeit, den Kunden maßgeschneiderte Lösungen auf hohem Qualitätsniveau liefern zu können. Diese Fähigkeit zur Realisierung anspruchsvoller technischer Problemlösungen war und ist Grundlage des Gütesiegels "Made in Germany"; und die Kunden waren über die Jahre bereit, für ausgereifte Lösungen und hohe Qualitätsstandards auch etwas mehr auszugeben. In dieser Konstellation entwickelte sich der deutsche Maschinenbau immer mehr zum Spezialisten für ausgefeilte technische Lösungen individueller Kundenprobleme und konnte sich gegenüber anderen Wettbewerbern mit der Strategie der Technologieführerschaft (versus Preisführerschaft) profilieren.

Die Kombination von theoretischem Wissen und in der Produktion erworbenem Erfahrungswissen ist eine entscheidende Voraussetzung für die kompetente Kommunikation und Kooperation zwischen Facharbeitern und Ingenieuren (Konstrukteuren) und dafür, daß die Problemlösungspotentiale (Verbesserungsvorschläge) der Facharbeiter in den Innovationsprozeß einfließen können.

Im Zentrum der Ansätze zur Bewältigung veränderter Anforderungen an die Innovationsfähigkeit der Betriebe stehen Konzepte zur Verbesserung der bereichsübergreifenden Kommunikation und Kooperation. Sie zielen auf eine effizientere Integration (dezentral verteilter und ausdifferenzierter) Wissens- und Know-how-Bestände, auf eine stärkere Prozeßorienterung und die effektivere Steuerung und Nutzung von Wissen.

Durchlässige Organisationsstrukturen, flache Hierarchien und ein freier Fluß von Informationen sind die Voraussetzung dafür, daß sich Wissen und Kreativität, die wichtigsten Innovationsressourcen, in der Interaktion betrieblicher Subsysteme und Akteure in kollektiven Lernprozessen entwickeln und die Betriebe schnell und flexibel auf veränderte Umweltanforderungen reagieren können. Während die Organisation (der Produktinnovation) in den Maschinenbaubetrieben bislang vielfach "mit leichter Hand nebenher" erfolgte (implizites Organisationswissen), muß der Prozeß der Produktinnovation heute bewußter organisiert werden, denn es ist in erster Linie die organisatorische Ratio, die zwischen ökonomischen Zwecken und technischen Aufgaben und Lösungen (Produktinnovation) vermittelt.