„Industrie 4.0, Digitalisierung, Internet der Dinge“ – wahttps://d2q0qd5iz04n9u.cloudfront.net/_ssl/proxy.php/http/www.bct-technology.com/fileadmin/speciality_distribution/public/_processed_/201610_Industrie40.pngs geht mich das an? Diese Haltung findet man vielerorts. Viele Jobs haben scheinbar nicht viel mit Industrie und IT zu tun und werden doch schneller vom Strudel der Veränderung erfasst, als viele Menschen sich das vorstellen können. Und in dieser industriellen Revolution sind nicht nur die einfachen Jobs und Geschäftsmodelle gefährdet, sondern auch komplexere.

Ein Paradebeispiel dafür, wie weitreichend die Auswirkungen der digitalen Revolution sind, ging Anfang des Jahres 2015 durch die Presse: Voith Papiermaschinen baute massiv Stellen ab. Das Unternehmen ist Spezialist für hockkomplexe Papiermaschinen, die beispielsweise sehr dünnes Papier fertigen können, bei dem Vierfarbdruck nicht auf die Rückseite durchschlägt und das sich deshalb sehr gut beidseitig bedrucken lässt. Die hohe Kunst der Papierfertigung, umgesetzt in extrem komplexen und aufwändig gefertigten Maschinen. Echter süddeutscher High-Tech-Maschinenbau eben.

Leider musste der Unternehmenssprecher Anfang 2015 verkünden, dass Voith seit zwei Jahren keinen Auftrag für eine solche Maschine mehr erhalten hatte. Das hochwertige, dünne Papier, das die Voith-Maschinen produzieren, wurde vor allem in Versandhauskatalogen verwendet. Und diese Kataloge wurden – gemeinsam  mit der Mehrzahl der Versandhäuser selbst – von Amazon und Co. vom Markt gefegt. Dabei ist der Markt für Papiermaschinen keineswegs zusammengebrochen. Gefragt sind jedoch ironischerweise eher die einfacheren Anlagen, die beispielsweise die Kartons herstellen, in denen die im Internet bestellten Waren verschickt werden. Und diese Anlagen kommen eben üblicherweise nicht aus Heidenheim und Ravensburg, sondern aus China.

Aus diesem Beispiel lassen sich zwei  Lehren ziehen:

Erstens: Die Digitalisierung hat Auswirkungen auf alle Bereiche, wenn nicht direkt, dann indirekt. Zweitens: High-Tech schützt nicht mehr in jedem Fall.

Gerade der zweite Punkt ist für die deutsche Industrie bitter, viele Jahre konnten die Unternehmen hier ihre Marktstellung gegenüber den wesentlich preiswerteren Konkurrenten aus Asien, Ost- und Südeuropa behaupten, indem sie lukrative High-End-Nischen besetzten. Beispielsweise eroberten portugiesische und italienische Firmen vor etwa 15 Jahren den deutschen Markt für Formen und Werkzeuge im Sturm und verdrängten viele deutsche Anbieter vom Markt – bevor sie wiederum von osteuropäischen Anbietern verdrängt wurden.

Retten konnten sich diejenigen deutschen Formen- und Werkzeugbauer, die extrem komplexe, leistungsfähige oder präzise Werkzeuge bauen oder sich auf Spezialanwendungen zurückziehen konnten. High-Tech war die Rettung. Das muss heute nicht mehr funktionieren – zum  einen werden die Konkurrenten im Ausland ebenfalls immer besser, zum anderen werden viele Technologien durch die Digitalisierung einfach überflüssig; siehe Voith Papiermaschinen.

So wie Antischlupfregelung, Antiblockiersystem und Elektronische Stabilitätskontrolle heute ein mittelmäßiges Autofahrwerk renntauglich machen können, werden Sensoren und smarte Lösungen in Zukunft Maschinen besser machen. Statt durch mechanische Höchstleistung werden Maschinen in Zukunft durch permanente Selbstüberwachung, Selbstoptimierung und die Überwachung durch den Hersteller über das Internet der Dinge die Qualität der gefertigten Produkte verbessern können. Und die Umsetzung von Funktionen in Software ist meist weit kostengünstiger als mechanische Lösungen.

In wenigen Jahren werden es Kunden einfach für gegeben ansehen, dass Maschinen intelligent und durch Internetservices aufgewertet sind. Und wer sich auf seine Überlegenheit im mechanischen Bereich verlässt, wird untergehen. Es ist unerlässlich, schon heute den Grundstein zu legen für eine nahtlose, wirklich integrierte mechatronische Entwicklung und Konstruktion. Und sich Gedanken zu machen, wie man dem Kunden mit Hilfe digitaler Technologien Zusatznutzen bieten und Services verkaufen kann.

 

 

 

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