Transparenz in der Softwareentwicklung
BCT vertreibt Polarion nicht nur, sondern ist auch selbst Anwender – in Willstätt arbeiten die Softwareentwickler, die Zusatzanwendungen und Anpassungen für Teamcenter, NX und andere Softwareprodukte schreiben, mit dem ALM-System. Neun Monate nach Einführung zieht Senior Softwareentwicklerin Gabriele Schulz eine positive Bilanz.

Im Jahr 2014 führte BCT in der gesamten Softwareentwicklung das Vorgehensmodell Scrum ein, das eine Umsetzung des Agile-Ansatzes ermöglicht. Scrum besteht aus wenigen Regeln, die fünf Aktivitäten, drei Artefakte und drei Rollen definieren. Softwareprojekte werden in einfache Teilaspekte heruntergebrochen, die mittels sogenannter User Stories beschrieben werden. Der Product Owner definiert die Anforderungen an das jeweilige Teilprojekt im Product Backlog und definiert gemeinsam mit dem Entwicklerteam eine Definition of Done, also die Definition des Fertigzustands – welche Anforderungen muss die Software(teil)lösung erfüllen, um als fertigprogrammiert angesehen zu werden.

Daraufhin erarbeitet das Entwicklerteam in einem Sprint, der bei BCT circa vier Wochen dauert, die Softwarelösung. Integraler Bestandteil der Entwicklung sind Tests, die sicherstellen, dass die Definition of Done und die Anforderungen erfüllt sind. Im Sprint Review Meeting wird der Sprint abgeschlossen und die Ergebnisse dokumentiert, was wiederum die Grundlage für den nächsten Sprint ist.

„Wir hatten schon länger nach einem ALM-System gesucht,“ erinnert sich Schulz, „entschieden uns aber zur Einführung von Scrum erst einmal mit den bestehenden Werkzeugen, Excel-Tabellen und manuellen Listen weiterzuarbeiten. Wir wollten so vermeiden, dass wir unseren Prozess (bewusst oder unbewusst) an ein Werkzeug anpassen anstatt uns auf die bestmögliche Erfüllung unserer Anforderungen zu konzentrieren. Diese Phase dauerte sechs Monate, dann begannen wir in einer Bachelorarbeit, die Grundlagen für eine Softwareevaluation zu legen.“

Bevor es zu einer Entscheidung für ein ALM-System kam, wurde die Übernahme von Polarion durch Siemens angekündigt. „Als Bestandteil des Siemens PLM Portfolios hat sich die Evaluierung angeboten“, erinnert sich Schulz, „aber die letztendliche Entscheidung sollte für das für uns beste System fallen. Wir hätten auch die Möglichkeit gehabt, eine andere Lösung einzuführen, wenn diese unsere Arbeit besser unterstützt hätte.“

Im Oktober 2016 kam ein Consultant von Polarion für zwei Tage zu BCT, um gemeinsam mit den Willstätter Softwarespezialisten ein Umsetzungskonzept und ein Pilotprojekt zu entwickeln. Interessanterweise machte es der einfache Aufbau möglich, die Implementierung weitgehend selbst durchzuführen. Zwischen Ende 2016 und März 2017 folgte dann eine Proof-of-Concept-Phase, in der drei Teams einen Sprint komplett in Polarion durchspielten. Das Ergebnis war ein sehr positives Feedback, auch die Gegenprobe mit dem Anforderungsprofil aus der Bachelorarbeit ergab eine sehr gute Übereinstimmung. So fiel die Entscheidung für die Einführung von Polarion.

Auch bei der Implementierung kam Scrum zum Einsatz. Polarion wurde im Juni 2017 in mehreren kurzen GoLive-Sprints an die BCT-Anforderungen angepasst und schließlich im Juli in den Echtbetrieb übernommen.

Polarion assistiert den Anwender heute beim gesamten Entwicklungsprozess. Die BCT-Softwarespezialisten definierten einen eigenen Datentyp „Requirement“, mit dem sie die Anforderungen aus dem Consulting oder direkt vom Kunden an eine Entwicklung aufnehmen können. Die Prozesse lassen sich in Polarion völlig frei definieren, ein Anpassen der in der ersten Scrum-Nutzungsphase gefundenen Nutzungsweisen war nicht notwendig.

Heute plant das Produktmanagement sämtliche Entwicklungsaufgaben in Polarion. Das hat den Vorteil, dass Aufgaben, die von verschiedenen Stellen kommen, gemeinsam bearbeitet werden können. So entsteht das Product Backlog, in dem die Aufgaben priorisiert und in eine Reihenfolge gebracht werden, und daraus wiederum die Sprints. Da sich in Polarion Informationen aller Art sehr bequem an ein Item anhängen lassen, sind jederzeit alle Informationen, die zu einer Entwicklungsaufgabe gehören, einsehbar.

Ein großer Vorteil von Polarion sind die Dashboards, die Planungssitzungen und Daily Scrum Meetings vereinfachen, indem sie Informationen, Statusmeldungen und anderes visuell aufbereiten und darstellen. „Es ist wichtig“, sagt Schulz, „dass Entwickler und Product Owner auf demselben Informationsstand sind, um den Prozess reibungslos zu gestalten.“

Während des Sprints entstehen Neuentwicklungen oder Anpassungen der Software, die der Product Owner abnimmt; dabei hilft ihm eine konfigurierte Abfrage, die ihm alle Items zeigt, die den Status „in review“ haben. Gibt der Product Owner den Code frei, kann dieser in den Releasecode integriert werden (Merging).

„Sehr hilfreich ist es, dass Polarion-Anwender ihre Extensions veröffentlichen und man diese einfach verwenden kann. Auf der entsprechenden Website haben auch wir einige wichtige Extensions gefunden, die wir einsetzen.“ Ein gutes Beispiel ist ein Mechanismus, der überprüft, ob alle notwendigen Anforderungen an ein Item erfüllt sind – Code-Review, Übersetzungen, automatisierte Tests und anderes. „Solange nicht alle Häkchen gesetzt sind, kann man das Item nicht fertigstellen“, so Schulz weiter.

Am Ende eines Sprints findet ein Sprint Review Meeting mit den Consultants statt, in dem diese informiert werden, welche Änderungen entwickelt wurden und im nächsten Patch zur Verfügung stehen. „Vor Einführung von Scrum konnten Consultants zur Veröffentlichung eines Patches das Changelog einsehen, aber vorab gab es Informationen nur auf Anfrage“, erinnert sich Schulz. „Heute werden wichtige neue Features und Bugfixes im Reviewmeeting besprochen und wo sinnvoll auch direkt in unserer Review-Umgebung gezeigt. Die Consultants können Feedback geben wie sie den Einsatz beim Kunden bewerten und die Entwickler können Hintergrundinformationen geben, die für den Support oder die Installation beim Kunden nützlich sein können.“ Auch das im Review Meeting gesammelte Feedback wird wiederum in Polarion festgehalten. Dort bietet es die Basis für weitere Verbesserungen.

Ein Highlight in Polarion ist nach Auskunft von Gabriele Schulz das Bugsystem. Bugmeldungen finden auf zwei Wegen ins ALM-System: Automatische Meldungen entstehen, wenn ein Test fehlschlägt, zusätzlich kann der Support Bugmeldungen, die vom Kunden kommen, einpflegen. Auch hier hängen die Informationen, die der Softwareentwickler zum Lösen des Problems benötigt, direkt am Datensatz: Logfiles ebenso wie die Schritte, um den Fehler zu reproduzieren oder die benutzten Softwareversionen. So kann gezielt und effizient auf Programmierfehler reagiert werden.

Die Bugs werden vom Product Owner in die Planung einbezogen. Auch das ist einfacher als bisher, denn vor Polarion wurden Bugs und die User Stories, mit denen neue Funktionsanfragen beschrieben werden, in zwei unterschiedlichen Systemen geführt. Heute sind alle Anfragen an einer Stelle sichtbar und können besser gemeinsam geplant werden. Ist der Bug gefixt, wird dies – wenn es sich um einen Bug handelt, der in einer veröffentlichten Version auftritt – automatisch im Changelog eingetragen. Denn das Changelog ist nichts anderes als einer der vielen Reports, die Polarion aus den gespeicherten Daten erstellen kann.

Die guten Erfahrungen, die die Anwender mit Polarion gemacht haben, führen dazu, dass mit der Zeit weitere Prozessteile in Polarion integriert werden, beispielsweise die automatisierten Tests, die bisher in einem anderen System ablaufen. Es ist angedacht die Ergebnisse von Polarion auswerten zu lassen. „Zudem lassen wir jetzt in einer Bachelorarbeit prüfen, wie wir die Codequalität messen und dokumentieren können.“

Das Projektmanagement ist von den Vorteilen, die Polarion bietet, so überzeugt, dass man das System dort in Projekten einsetzen will, um beispielsweise die Tests nach einer Teamcenter-Installationen zu managen. Auch die Consultants geben positives Feedback und sehen einige Möglichkeiten, das System noch breiter zu nutzen. Begeistert waren viele Anwender davon, wie einfach Polarion zu bedienen ist. Bei den Supportmitarbeitern reichte beispielsweise eine Stunde Schulung, damit diese in Polarion arbeiten können. Auch für die Administratoren ist Polarion einfach zu verwalten, wie Schulz bestätigt.

„Wir arbeiten gerne mit Polarion“, fasst Gabriele Schulz zusammen. „Wir haben alle Informationen und Prozesse in einem System vereinigt, Redundanzen und Medienbrüche kommen nicht mehr vor. Die Workflows, die die Prozesse abbilden, verhindern, dass man etwas falsch macht – das System lässt mich nicht weitermachen, wenn ich nicht alle notwendigen Informationen angefügt habe. Da das System alle Workflows trackt und alle Informationen an den Items hängen, kann man jederzeit nachvollziehen, was wann warum gemacht wurde. Und die vorgefertigten und anpassbaren Reports sind extrem hilfreich, um den Status aller Projekte im Blick zu behalten.“

„Die Product Owner konnten es nach dem Proof of Concept gar nicht abwarten, dass Polarion eingeführt wird, weil es ihnen die Arbeit so sehr erleichtert. Auch wir anderen, vom Softwareentwickler bis zum Supportmitarbeiter, arbeiten sehr gerne mit dem System. Die Akzeptanz durch die Anwender war von Beginn an gut. Und die Transparenz, die Polarion in die Daten und Abläufe bringt, ist unbezahlbar. Die Entscheidung für Polarion war definitiv richtig, wir sind noch lange nicht am Ende der Möglichkeiten, die uns das System bietet.“

 

 

 

BCT steht Ihnen als Experte im Bereich PLM gerne beratend auf dem Weg zum digitalen Unternehmen zur Seite.

Kontaktieren Sie uns für ein unverbindliches und kostenfreies Beratungsgespräch:

Jasmin Meier
Tel: +49 7852 996-253
jmeier(at)bct-technology.com

 

 

  Die Datenschutzerklärung habe ich zur Kenntnis genommen und bin damit einverstanden, dass meine Daten zu Zwecken der Kontaktaufnahme per Brief, Telefon und/oder E-Mail gespeichert und genutzt werden.

Kontakt

BCT steht Ihnen als Experte im Bereich PLM / ALM gerne beratend auf dem Weg zum digitalen Unternehmen zur Seite.

Kontaktieren Sie uns für ein unverbindliches und kostenfreies Beratungsgespräch:

Jasmin Meier
Tel: +49 7852 996-253
jmeier(at)bct-technology.com

Alternativ können Sie auch unser Kontaktformular verwenden.

Weitere Informationen

zu ALM mit Polarion